Das oberste Rotenhaus auf der Stalde
Dieses Haus trägt unter seinem Giebel die Jahreszahl 1650 und über seiner Rundpforte ist ein steinernes Wappen eingelassen, das eine Hand zeigt, die einen Rebzweig hält. Eine etwas verwitterte Inschrift nennt als Erbauer des Hauses Peter Roten gewesenen Meier des Zendens Raron, alt Landvogt von Monthey und seine Ehefrau Maria Bregin. Die Wappen der Erbauer fanden sich früher auch auf zwei Giltsteinöfen in den großen Stuben.
Im Jahr 1629, als im Wallis die Pest wütete, tat Peter mit 10 andern sich zusammen und stiftete zu St. German in der Filialkirche die Bruderschaft zum hl. Sebastian, Märtyrer, und Antonius dem Einsiedler. Diesen Heiligen war in der Kirche selbst je ein Altar gewidmet, worauf an den betreffenden Festen eine hl. Messe zelebriert wurde. Die Bruderschaft vom 1. Antonius besteht noch; sie ist mit Sakramentsempfang und Ablaß verbunden. Die Mitglieder, Hie sich Brüder und Schwestern nennen, versammeln sich am Nachmittag des 17. Januars im sogenannten Bruderhaus zu einem Abendessen oder Agape, wobei früher auch die Armen bedacht wurden.
Das Vermögen der Bruderschaft muß in frühern Zeiten ein ziemlich großes gewesen sein, da man nicht nur ein eigenes Haus, das besagte Bruderhaus, errichtete, sondern einen eigenen Weinberg und eigenes Ackerland besaß.
Die Stifter der Bruderschaft beschenkten das Haus auch mit ihren Wappen scheiben. Von diesen gemalten Glasscheiben ist nur diejenige des Peter Roten vorhanden. Sie zeigt ihn im kriegerischen Kostüm als Hauptmann des ersten Auszugs neben seinem Wappen; das Datum ist 1634. Dieselbe befindet sich nun im Hause des verstorbenen Präfekten H. Anton von Roten. Die übrigen sind im vorigen Jahrhundert an einen Antiquar verschachert worden.
Peter Roten hinterließ nur zwei Kinder: einen Sohn Johann Baptist, der jung starb und eine Tochter Eva, gestorben in Turtmann 1692, die einen Jakob Allet aus Leuk, Bannerherrn und Landvogt, geheiratet hat. So ist dieser Zweig der Roten in Raron erloschen.








